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Das Lippenvibrieren

Stell dir vor, du möchtest einen Kirschkern, den du im Mund hast, ganz weit weg spucken. Die Lippen liegen aufeinander, wie wenn du den Buchstaben „m“ oder „p“ sprichst, und dann tust du so, als würdest du den Kirschkern weitspucken. Deine Lippen öffnen sich etwas und die Luft entweicht mit einem leichten Zischen. Das ist die Stellung der Lippen, die du für das Vibrieren brauchst. Du spürst in den Mundwinkeln etwas Muskelspannung, du hältst diese Spannung. Dort, wo sich die Lippen etwas öffnen, sind sie entspannt. Nun atmest du ein und lässt die Luft aus deinen Lungen durch deinen Mund entweichen und merkst, wie deine Lippen vibrieren. Anders gesagt: Du bläst die Luft durch deine geschlossenen Lippen. Das ist dein erster Ton – herzlichen Glückwunsch! (Zu Beginn ist es einfacher, die Luft richtig stark zu blasen. Es ist damit leichter, einen Ton zu erzeugen.) Es ist möglich, die Tonhöhe zu verändern, indem du die Lippen lockerer lässt (damit erreichst du tiefere Töne) oder mehr anspannst (das erzeugt höhere Töne). Aber nicht nur die Anspannung der Lippen verändert die Tonhöhe, sondern auch die Stellung deiner Zunge. Eigentlich liegt sie ganz locker im Mund. Wenn du sie aber nach oben wölbst, werden die Töne höher, wenn sich die Zunge wieder senkt, werden auch die Töne tiefer. Versuche einfach, wie sich das anfühlt. Blase einfach mal ein paar unterschiedliche Töne und merke den Unterschied. Hilfreich kann es sein, wenn du dir vorstellst, du „sprichst“ (ganz ohne Stimme) den Buchstaben „o“ in der Tiefe, den Buchstaben „a“ für die mittlere Tonlage und „i“ oder „ü“ für hohe Töne.

Wenn du ein Glissando von einem tiefen Ton bis ganz hinauf zu einem hohen Ton bläst, wirst du feststellen, dass du bei irgendeinem Ton mit der Lippenstellung nicht mehr weiter kommst (das ist bei jedem Mensch ein anderer Ton). Du kannst dann ganz einfach die Lippenstellung und die Form deines Mundes etwas verändern, um weiter nach oben zu kommen. Das ist ganz normal und sollte dich nicht allzu stark einschränken. Finde einfach heraus, wo bei dir dieser Ton ist und übe den Übergang von tieferen zu höheren Tönen und umgekehrt. Hierbei können dir Glissandoübungen und auch Bindeübungen helfen.

Die Töne, die du mit dem Lippenvibrieren erzeugst, klingen besser, wenn du daran denkst, die Zähne nie zusammenzubeißen, sondern sie immer offen oder auseinander zu halten. D.h. es sollte stets ein guter Abstand von Ober- zu Unterkiefer sein. Dann kann nämlich die Luft besser entweichen, du spielst damit entspannter und es klingt freier.